CD-REVIEWS

Feindesland .de schrieb am 17.05.2008

 

 

Album Cover Crikey - Future Of The Loss

Crikey - Future Of The Loss

[Death Metal] - Twilight Zone Records  (2008)

Death Metal und Klassik - Eine verdammt gute Mischung !

Im Bereich Death Metal schießen momentan unzählige neue Bands wie die Pilze aus dem Boden, was bedeutet, das der Markt bald übersättigt sein wird oder es mittlerweile schon ist. Da ziert es sich an, nach neuen Wegen zu suchen. Einer davon ist es, klassische und traditionelle Instrumente als fixen Bestandteil in das musikalische Konzept einzubringen. Was bisher eher dem Gothic und Folk Metal vorbehalten war, findet immer mehr Anklang in der Death Metal Szene. Und genau Crikey gehen in diese experimentelle Richtung. Wobei, so ganz neu ist das ja nicht. Vor kurzen erschien das Debut von Elivagar -  "The followers of ancient tales", wo gekonnt Death, Pagan - und Folk vereint wird . Ähnliche Wege gehen Crikey, ohne sich jedoch mit bereits genannter Band stilistisch zu kreuzen. Robert Balner (ehemalig "Blood Red Angel") ist der Kopf der Band, der für das Projekt fünf weitere Musiker und eine Musikerin um sich gescharrt hat. Auf eine Demo CD "Welcome to my world" hat Crikey es bisher gebracht. Nun ist es mit der ersten Label CD soweit.

Wie aus der Pistole geschossen prescht  'Chaos of feelings' aus den Boxen raus. Man verzichtet gleich auf ein langatmiges Intro und gibt von Beginn an Vollgas. Bei Crikey geht von der ersten Sekunde die Post ab. Der Hörer wird auf eine gnadenlose Achterbahn durch die Abgründe der menschlichen Seele entführt. Im wahrsten Sinne des Wortes, den 'Embrance of demise', 'Beg for', 'Dreamt to cure the pain' und 'Future of the loss' zeigen, wo es sowohl lyrisch, als auch musikalisch lang geht. Das Verlangen nach dem Tode, die dunkle Seite der Existenz und das Abstrakte im Wesen wird uns hier vermittelt. Crikey brauchen keinen Teufel und keine Hölle, um uns den letzten Glauben an das Gute im Menschen zu nehmen.
 
Im Mittelpunkt der höllischen Darbietung steht der nie endend wollende Krieg der zwei Sänger Christoph Mieves und Klaus Spangenberg. Auf der einen Seite Death Metal Growls, auf der anderen Core - Gekreische. Stets begleitet von bombastischen Death Metal Riffs mit Thrash Einflüssen. Und um die Gesundheit der Hörerschaft nicht zu sehr zu strapazieren, setzen immer wieder beruhigende Violinenklänge von Andrea Justen ein. Eine exzellente  Kombination, die zu keinem Zeitpunkt kitschig wirkt, selbst wenn Andrea ab und zu im Gitarrengewitter etwas untergeht. Dass auf "Future of the loss" nicht nur auf hohe Drehzahl gestellt wird, beweist Titel Nummer sechs 'Shades of you'. Diese Verschnaufpause kommt zur rechten Zeit, denn mit 'Leave', 'Arise from fall' und 'With(in) sanity' geht's wieder ordentlich zur Sache, bis zum bitteren Ende, und das heißt dementsprechend 'At last'.
Obwohl ich mich nach dem letzten Titel 'At last' erschöpft in' s Sofa fallen hab lassen, musste ich endgültig die Abgründe meiner  menschlichen Seele erkunden, in dem ich "Future of the loss" nochmals durchspulte. Das Ergebnis war erschreckend gut....
 
Crikey setzen mit ihrem Erstwerk neue Maßstäbe. Und das mit einfachen Mitteln. Verdammt guter, geradliniger Death Metal mit Thrash Einflüssen, gewürzt mit klassischen Elementen auf der Violine. Gesang, Gitarren, Keyboard, Drums und Violine sind optimal aufeinander abgestimmt, so das auf den Hörer ein Soundgewitter der Extraklasse hereinbricht. Wer nach "Future of the loss" noch ein normales Leben führen kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Mein Tipp: Buy or die!

Hörbeispiele zu Crikey finden Sie unter folgendem Link:
http://www.myspace.com/crikeymetal
geschrieben am 17.05.2008 von Erich
 
Bewertung:

Punkte (Innovation): 12 von 15
Punkte (Gesamt):
15 von 15
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