CD-REVIEWS

 

 

Metalius schrieb am 20.05.2004

REVIEWS_ UpLoad: 20.05.2004

CRIKEY _ welcome to my world

 

CRIKEY _ welcome to my world

Willkommen in Crikeys Welt, doch seid vorher gewarnt: Der Eintritt bleibt nicht ohne Folgen. Symptome wie akute Nackenschmerzen, Freudentaumel und damit verbundene Schwindelanfälle, notorisches Schreien, hormonell bedingte rhythmische Kontraktionen der Skelettmuskulatur, im Volksmund auch spontanes Freistil-Tanzen bezeichnet, sind nur wenige Folgen bei Überkonsum des ersten Crikey-Tonträgers. Wenn man bei einer Spielzeit von 20:53 Minuten überhaupt von Überkonsum sprechen kann…Wer jedoch bereit ist, die Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, der kann es wagen sich von Crikey sagen zu lassen: „Welcome To My World“…

Ganz blutige Neulinge sind die Herrschaften trotzdem nicht und konnten sich schon einiges an Erfahrung an ihren Instrumenten in Kapellen wie Hatefactor, Blood Red Angel, Coronation, Night In Gales oder Ferngully sammeln, um nur einige Bands zu nennen. Im Gegenteil: Mit tödlicher Präzision in der Technik und brutaler Melodik geht es hier auf diesem 4-Tracker zu. Und beides merkt man schon beim Eröffnungs-Nackenbrecher „Arise From Fall“: Thrashige Schrabbelattacken und alptraumgleiche Monsterriffs, Gegrunz aus Omas Kohlekeller und gepresstes Geschrei hetzen sich in groovigem Drive nach vorn und battlen sich in einem Dialog der Extraklasse. Es darf sogar mal clean dazwischengeträllert werden, man hüte sich aber vor penetranten Höhen… Jedenfalls liefert bei den Vocals auf „Welcome To My World“ das Duo Christoph Mieves/Klaus Spangenberg hervorragende Arbeit ab. Schmackhaft servierte Kost gibt’s auch nach diesem Arschtreter in Form von „Leave“. Thrash mit Atmosphäre. Nicht umsonst benennt der Krefeld-Sechser (mittlerweile sind’s sogar sieben) seine Musik selbst mit dem Ausdruck „Sphere Metal“. Atmosphäre? Beweise? Bitteschön! Tiefdunkles Gegroll und das schmerzgeplagte Geschrei bildet die Opposition zum akustischen Päuschen mit wunderbar schwebendem und tatsächlich sphärisch anmutendem Gesang von Carola Weiwadel, nahtlos verschmilzt damit das träumerische Gitarrensolo vom Bandchef Rob Balner. Und dabei wirkt alles so homogen und absolut passend und die Ruhephasen wirken keineswegs gezwungen und störend, außerdem besitzt jeder Track seine besonderen Eigenheiten mit dem speziellen Wiedererkennungswert. Selbst die textlichen Ergüsse bewegen sich auf angemessenem, brauchbarem Niveau und finden sich im Bereich der Gedankenlyrik wieder. Es geht manchmal auch ganz gut ohne Blut… Drittsong „Beg For…“ beweist zusätzlich noch, dass sich das erste Machwerk der Crikeyrianer durchaus auch die Zusatzbezeichnung progressiv verdient hat. Absolut geile Rhythmusfraktion, dieses Drumming, todgenaue Riffs und ein genial animierender Drive mit Marschrichtung nach vorn erinnert oftmals an die nur allzu genialen Pioniere dieses speziellen Genres: Death. Man packe dann noch ein Mützchen In Flames, Slayer und Devin Townsend in den Topf… ja, und dann weiß man eigentlich noch immer nicht genau, wie sich Crikey anhören.

Mein Tipp: Vergewissert euch selbst und werdet nicht enttäuscht. Die Mini-CD „Welcome To My World“ gibt es auf der Homepage der Krefelder schon für 7,- € inklusive Heimtransport zu ergattern. Aber verdammt noch mal: Knapp 21 Minuten sind mir zu viel kurz, ich will meeeehr und freue mich somit schon mal auf den Crikey-Auftritt beim Dong Open Air…

 

Katrin Kropf
katrin.kropf@metalius.de

9 von 10 Punkten
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Bewertungsmodell                

Artist: Crikey
Titel: Welcome To My World
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungsdatum: 03.05.2004
Stil: Progressive Death/Thrash
Homepage:
www.crikey.de