CD-REVIEWS

 

 

RuhrMetal.com schrieb am 30.09.2004

» Crikey – Welcome to my World

www.crikey.de

 

CRIKEY _ welcome to my world

 

»Trackliste

1. Arise from Fall

2. Leave

3. Beg for…

4. At Last

 

Release: 2003

Label: Eigenproduktion

Laufzeit: 20:12 min

WERTUNG
6/6 Sternen

 

 

Im Leben eines Schreiberlings kommt es betont selten aber dennoch vor, dass eine einem bis dato völlig unbekannte Band mit einem scheinbar unauffälligem Demo völlig von den Socken haut. Ein solches Ereignis liegt bei mir schon über ein Jahr zurück. Damals schaffte es eine junge Münchner Band; deren ins Deutsche übersetzter Name soviel wie Gleichgewicht bedeutet. Vor ein paar Tagen dann ging die lange Durststrecke endlich zu Ende als mir dieses schmucke vier-Track-Demo auf den gerade aufgeräumten Schreibtisch flatterte. Crikey, was im englischen Umgangssprachgebrauch wohl so viel wie „auweja“ oder „ach herrje“ bedeuten soll, zocken „atmosphärischen“ Metal, welcher sich bei verschiedensten Subgenres darunter Death, Thrash und Prog bedient, der laut einschlägiger Pressemeinung am ehesten mit Sound eines Devin Townsend zu vergleichen ist, mit dessen Werken ich allerdings nicht hinlänglich vertraut bin um diesen Vergleich zu bestätigen. Schon vor dem ersten Reinhören fällt auf, dass hier alles andere als Amateure am Werk sind, da so ziemlich alle Bandmitglieder bereits Erfahrung in allerlei Combos sammeln konnten.
Der Opener „Arise from Fall“ hat, startet er doch mit einem Bombenmäßigen Riff und tiefen Death Metal Growls, zunächst erst einmal gar nichts mit Atmosphäre zu tun. Jedoch gesellen schnell eine satte Base und ein gut arrangiertes Keyboard zu dem Geholze. Kurze Zeit später beginnt das famose Duell der beiden Sänger die sich gegenseitig mit tiefen Gurgeln (Christoph Mieves) und kreischenden Lauten (Klaus Spangenberg) einen spannungsgeladenen Kampf liefern. Auch die Saitenzupferfraktion gibt sich keine Blöße und so fühlt man sich nach etwas mehr als fünf Minuten wie von der sprichwörtlichen Dampfwalze überrollt. Das folgende „Leave“ ist nach einem ähnlichen Muster gestrickt was jedoch nicht bedeuten soll, dass den Crikeys die Ideen bereits nach einem Song ausgegangen sind. Ein abruptes Break bringt plötzlich die engelsgleiche Stimme von Gastsängerin Carola Weiwadel zum Vorschein, bevor das Stück genauso arschhart endet wie es begann. Eine geniale Symbiose aus brettharten Gitarrenläufen und spherigen Keys bildet das für mich herausragende Liedlein mit dem Titel „Beg For…“ (man beachte die drei Pünktchen). Eine satte Doublebass tut ihr übriges um die Nummer zu einem echten Hit zu machen. Verdammt progressiv kommt das abschließende, ebenfalls voll ausgestattete, „At last“ daher. Schade, dass nach zwanzig Minuten schon Schluss ist und die Welt von Crikey ihr Pforten schließt.
Was bleibt zu sagen. Nicht nur, dass ausnahmslos jedes Bandmitglied auf obersten Niveau agiert, auch die lyrischen (weißt du mit Intelligenz und so!) teilweise romantischen Texte beweisen einmal, dass es nicht immer um von Dämonen entjungferte und geschlachtete Mädels gehen muss. Mit Demo-Status hat diese, im Übrigen sehr gelungene Produktion, rein gar nichts zu tun.
Fazit:
Warum sollten nur Klassiker oder Mainakts die Höchstnoten verdienen? Ehre wem Ehre gebührt und da ich notenmäßig keine Vergleiche anstrebe sondern jedes Werk, sei es ein Newcomer Demo oder ein Mainstreamoutput, für sich selbst bewerte überreiche ich hiermit die vollen sechs Sterne (glaubt mir Leute ich würde euch sogar sieben verpassen!!!)
Also es müsste schon wirklich mit dem Deibel zugehen wenn diese mehr als talentierte Band nicht schleunigst einen Plattenvertrag an Land zieht und rosigen Zeiten entgegen sieht.


Darky of Ruhrmetal.com