LIVE-REVIEWS

 

       
         
 

Neckbreaker schrieb am 29.10.2005

 

Symbiontic + Witchrower + Crikey (21.10.2005, Duisburg-Rheinhausen)

Live-ReviewsWieder einmal lud das Jugendzentrum Mühle in Duisburg-Rheinhausen ein zum kollektiven Haareschütteln. Ist dieser alterwürdige Bau (und das Drumherum) ansonsten Location beispielsweise für das Rage Against Racism-Festival, stand diesmal eine Dreierkombination von Undergroundbands (mehr oder weniger) aus der Region auf dem Programm. Das Ambiente stimmte schon mal, bei einem Eintrittspreis von gerademal 3 Euro kann man nicht meckern, bei Bierpreisen von einem Euro für ne Pulle Bier auch nicht (auch wenn man für eine „Spezialität“ wie Trollgott Simon auch kaum mehr verlangen dürfte…), und so war das Konzert mit etwa 60 Besuchern dann auch recht ordentlich besucht.

Direkt beim Opener wurde es voll auf der Bühne, denn CRIKEY treten gleich mal zu siebt auf. Die Befürchtung, dass da die Quantität zu Lasten der Qualität geht, sind aber schnell verflogen, die Krefelder geben ordentlich Gas und können völlig überzeugen, auch wenn der Sound leider etwas suboptimal und das Keyboard während des gesamten Gigs über kaum zu hören war. Glücklicherweise aber wenigstens die Geige, diese gibt der Musik des Septetts den letzten Schliff und eine besondere eigene Note. Musikalisch das Dargebotene zu beschreiben fällt allerdings schwer, hier treffen fast sämtliche härtere Metalstile zusammen und bilden eine Mischung, die kaum eindeutig klassifizierbar, aber dafür höchst interessant ist. Sphere Metal nennt es die Band selbst, und darunter kann man sich letztlich vorstellen, was man will. Daher sei hier mal empfohlen, sich CRIKEY mal bei Gelegenheit mal anzuschauen, denn allein die Vocal-Duelle zwischen Christoph (Hate Factor) und Klaus (Blood Red Angel) sind eine Show. Cool…

… und genau so ging es dann auch direkt weiter, als WITCHTOWER die Bühne entern. Und da gibt es ja selten was zu meckern, so auch heute. Der Sound war hier glücklicherweise auch besser als bei CRIKEY, wahrscheinlich ist der klassische Death/Thrash Metal aber auch etwas einfacher abzumischen. Die Kleveraner mit Ruhrpottverstärkung hatten songtechnisch naheliegenderweise den Schwerpunkt wieder auf ihrer aktuellen Scheibe „Faster Than Death“ liegen, und das ist auch gut so, denn live knallten Stücke wie „Older Than Time“, „Shadows Bleed“ oder „Generation Genocide“ sogar noch besser als auf Platte. Daneben wurden aber auch wieder mal verstärkt auch ältere Kamellen wie „Warcult“, „Under Fallen Wings“ sowie das immer noch geniale „Across The Battlefield“ vom Demodebut „Anthems Of Decay“ gespielt. Das brachte dann auch die letzten Matten zum kreisen, und nach dem inzwischen obligatorischen Rausschmeisser und designierten Kultsong „Pentagram Legions“ war wieder einmal ein absolut überzeugender WITCHTOWER-Gig absolviert.

Ein Qualitätsabfall war dann auch beim Headliner nicht zu erwarten, denn die Ost-Ruhrpöttler von SYMBIONTIC haben mit ihrem aktuellen Album „Vaya“ ein absolutes Underground-Highlight abgeliefert, und dass sie auch in der Lage sind, ihren technischen melodischen Death Metal auf der Bühne umzusetzen, haben sie auch schon unzählige Male bewiesen. So war das auch in der Mühle nicht anders, auch wenn der Sound auch hier die facettenreichen Kompositionen nicht vollkommen zu Geltung kommen lassen konnte. Aber sonst war alles in bester Ordnung, Hartmut trommelte im Stile eines Präzisionsgewehrs, die Gitarrenfraktion Marcel und Torsten fidelten um die Wette, und Frontman Volker überzeugte neben der imposanten Erscheinung auch durch charismatisches Gegrowle. Gezockt wurde fast die komplette „Vaya“-Platte, und neben deren Highlights wie „Flamewinged Majesty“, „Ascending Of The Blackest“ und dem äußerst coolen „Demon“ durften natürlich auch nicht „Shotgun Surgery“ und „Chainsaw Smile“ vom „BioContruct“-Demo fehlen. Auch wenn sich die Mühle zum Ende hin etwas leerte, die verbliebenen Metalheads hatten SYMBIONTIC voll im Griff und besiegelten somit einen rundrum gelungenen Metalabend.

(Kai)