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The Pit schrieb in der Aprilausgabe

Konzert Review: Metal Night XIV / Neuss 10.03.2007

 

Metal Night XIV
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Datum: 10.03.2007
Ort: Neuss
Location: Haus der Jugend
Größe: klein
Preise: 6.-€
Bands: Contradiction
Reckless Tide
Crikey
Monastery
Kadavrik

Nachdem der Veranstalter der Metal Night bekannt gegeben hatte, dass Reckless Tide und Contradiction das Festival headlinen würden, gab es natürlich kein Halten für zwei Redakteure vom The Pit-Team. Erstens sind Reckless Tide endlich mal hier in der Nähe und so ergab sich die Möglichkeit, direkt mal das längst überfällige Interview zu machen.
Zum zweiten hatte auch Contradiction eine gute Rezension erhalten und somit war die Spannung auf die Liveperformence der beiden Thrash Metal Bands schon recht hoch. Aber der Reihe nach.





In Neuss angekommen und nach einer guten halben Stunde endlich mit einem Parkplatz gesegnet, begaben wir uns Richtung Halle. Die Wartezeit vor der Halle war zwar nicht eingeplant, da wir eigentlich das Intie vor dem Festival hatten machen wollten, aber der getätigte Handyanruf verlief ins Leere. Also warteten wir vor der Halle.

Der Einlass war auf 19:00 Uhr angesetzt, welches sich als ein wenig zu spät herausstellte, da die erste Band schon um 19:15 Uhr Vollgas gab. Freudig betraten wir dann die Konzertstätte, während uns schon wohlwollende Klänge aus den Lautsprechern entgegenschallten.

Kadavrik hatten schon ohne uns begonnen, die Temperaturen hochzuschrauben. Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich nicht unbedingt der Death Metal Freak bin, aber was die Band hier auf der Bühne veranstaltete, war nicht gerade von schlechten Eltern. Die scheinbar noch sehr junge Band zockte von ihrem Bühnenacting her so manchen alten Hasen ab.

Sie boten dem Publikum toll abgestimmte Posen und richtig Bewegung auf der Bühne. Dies wurde allerdings nicht benötigt, um von dem musikalischen Können abzulenken, nein, im Gegenteil. Der melodische Death Metal, den die Band zelebrierte, wusste sehr gut zu gefallen. Ob nun „Swords & Spears“, „Fearful Eyes“, „Above The Weak“ oder „The Die Is Cast“, die Band wusste auf ganzer Linie zu überzeugen.





Aufgrund des geringen Alters sollte man sich den Bandnamen unbedingt merken, da werden wir sicherlich noch viel Gutes von Kadavrik zu hören und zu sehen bekommen. Das Publikum war so begeistert, dass sie, obwohl die Spielzeit definitiv vorbei war, die Band noch mal auf die Bühne brüllte. Nach kurzer Anfrage beim Veranstalter durfte dann auch noch „Alive With Nothingness“ in die begeisterte Menge abgefeuert werden. Grosses Metal Kino!



Setlist Kadavrik:

1. Icecold Winter`s Grave
2. Swords & Spears
3. Beyond Oblivion
4. Thin And Frail
5. Fearful Eyes
6. Above The Weak
7. The Die Is Cast
8. Alive With Nothingness



Dann wurde es Zeit für Monastery aus den Niederlanden. Der Death/Thrash Metal der vier konnte Teile des Publikums überzeugen. Da die Band nun schon seit 10 Jahren existiert, kann sie schon auf drei Demos und jede Menge Liveerfahrung zurückgreifen.

Dies merkte man der Band auch an. Allerdings verzichtete man gänzlich auf Songs der ersten Demo. Von der 2002er „Soul Insanity“ schaffte es nur „For God`s Sake“ in den Liveset. Das noch aktuelle Drittwerk „Fragility Of The Future” wurde komplett gezockt und zusätzlich wurde das Ganze dann noch mit einigem neuen Material verziert. Zwischendurch sprang dann auch noch Westy von Contradiction auf die Bühne, um wie ein Derwisch den Raum eng zu machen und mit seinen aggressiven Vocals die Band zu unterstützen.





Interessanterweise wage ich mal die Prognose, dass das nächste Werk der Holländer einen weiteren Schritt nach vorne bedeuten wird, da die neuen Songs „Blasphemy“ und „Dehumanized“ zu den besseren gehören. Eine absolut solide Show haben die Metaller hier hingelegt, wenn auch eher ohne grosse Höhepunkte, welches das Publikum auch mit einigem Applaus, aber auch weitaus weniger frenetrisch als bei Kadavrik bejubelte.


Setlist Monastery:

1. Scarify
2. Newborn Illusion
3. For God`s Sake
4. Blasphemy
5. Dehumanized
6. Raise
7. Fragility Of The Future
8. Repulsive



Nach einer kurzen Umbaupause betraten dann Crikey die Bühne. Dieser Sphere Metal Band aus Krefeld wartet wie auch Reckless Tide mit zwei Sängern auf. Und zu meiner Überraschung ist der eine Teil auch noch bei Blood Red Angel tätig. Ja, Klaus Spangenberg war uns schon beim Cologne In The Dark Festival letztes Jahr positiv aufgefallen.





Sei`s drum, die Band zockte richtig gut und konnte wie auch schon Monastery beim Publikum für gute Reaktionen sorgen. Die beiden Sänger hatten richtig Spass und auch den Schalk im Nacken. Nur so kann man diverse Sprüche und Grimassen der beiden Frontmänner bewerten.

Die Geigerin der Band war dazu verdammt, nur relativ selten richtig ins Geschehen einzugreifen und sich in Szene zu setzen. Somit wurde eine Überdosierung mit metaluntypischen Musikinstrumenten geschickt vermieden in diesem doch eher harten Line Up. Das Publikum war zufrieden und auch gut angewärmt für die ersten Headliner des Abends.


Setlist Crikey:

1. Chaos Of Feelings
2. Beg For...
3. At Last
4. Dreamt To Cure The Pain
5. Future Of The Loss
6. Leave
7. Arise From Fall
8. With(in)Sanity


Dann war es an der Zeit für Reckless Tide, welche ich zuvor schon mit Kjell und Henning auf die Interviewcouch gelegt hatte. Nun ja, die beiden hatten bisher den besten Eindruck vom englischen Publikum, welches sich aber durchaus mit diesem Gig hier in Neuss geändert haben könnte.

Die Band rockte sprichwörtlich das Haus der Jugend. Das Publikum war schon beim ersten Song vereinnahmt worden und feierte nach allen Kräften ab! Leider hatte die Band aber mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Erst versagte das Drumpedal, welches eine mehrminütige Pause zur Folge hatte. Auch die kurzerhand ausgerufene Stellenbeschreibung für einen neuen Drummer konnte den Mangel nicht schneller abstellen, da sich nur ein Tuba Bläser meldete. Hier hätte ich mir etwas mehr Unterhaltung der Band gewünscht. Schade, dass bei so was dann die Stimmung durch Improvisation nicht höher gehalten wird.





Auch die Gitarre und der Bass blieben nicht vom Pech verschont, wobei dem letzteren Musikinstrument einfach 25 Prozent der Saiten wegrissen wurden. Nun ja, Shit happens, da glücklicherweise das Publikum doch sehr dankbar war, als Kai wieder die Bühne enterte und die Pedalerie funktionierend positionierte.

Hammermässig, wie die Band sich ins Zeug legte und dann auch noch, obwohl sie ja eigentlich gar keine Coverversionen nötig haben, auch noch Metallica`s „Motorbreath“ ins begeisterte Publikum abfeuerten. Auch Susanne am Bass schüttelte begeistert Ihr Haupthaar in Anbetracht der euphorischen Publikumsreaktionen.





Schon beim drittletzten Song bildete sich ein Moshpit, welcher nicht versiegen wollte. Bilder davon gibt es in der Fotogalerie unter „Sonstige“. Da die Party eh nicht mehr zu stoppen war, enterten Teile des Publikums die Bühne und man gab sich ein gemeinsames Stelldichein!

Um es vorweg zu nehmen: Trotz der massiven Technikprobleme haben Reckless Tide gezeigt, dass sie der wahre Headliner waren, keine Band des Abends wurde derart abgefeiert. Beeindruckend!


Setlist Reckless Tide:

1. Death Train
2. Corrupted
3. Madness Within
4. Repent Or Seal Your Fate
5. Misery
6. Motorbreath
7. Preacher
8. Demons And Dictators



Dann kam der eigentliche Headliner: Contradiction. Die Wuppertaler legen auch direkt mit den beiden stärksten Songs ihrer aktuellen Scheibe los: „Your God“ und „The Warchitect“
Sofort fällt Neuzugang Andreas Westphal am Bass auf. Der Saitenquäler, der zuvor ja auch schon einen kleinen Gastauftritt als Sänger bei Monastery absolviert hatte, ist der Mittelpunkt des Stageactings der Band.





Okay, Frontmann Oliver „Koffer“ Lux steht da mitten auf der Bühne und schreit seine Hasstiraden gekonnt in die Welt, aber Westy macht einfach die Show. Ein Vollblutmusiker. Trotzdem wurde unverständlicherweise das Publikum zahlenmässig immer kleiner. Trotzdem spulte die Band ihre Show professionell runter und zeigte auch die Spielfreude, die man erwarten durfte.

Bei der unten angegebenen Setlist bin ich mir nicht so ganz sicher, wie weit die Liste abgezockt wurde, da sich auch bei Contradiction das Schlagzeug verabschiedete. Die schon vorgerückte Uhrzeit liessen der Band dann auch keinen grossen Spielraum, um Reparaturversuche zu starten.





Ein schweisstreibender Gig, der auch gehörig vom verbliebenen Publikum abgefeiert wurde. Allerdings bleibt festzuhalten, dass dieses tolle Festival mit Reckless Tide einen deutlichen Gewinner hatte, welche leider auf Grund der technischen Probleme 6 der ursprünglich geplanten 15 Songs streichen musste. Und dann wären da noch Kadavrik zu erwähnen, die sich viele neue Fans erspielt haben dürften.



Setlist Contradiction:

1. Your God
2. Warchitect
3. Tunes Of War
4. Nation Of Fear
5. What Am I
6. Hate Patrol
7. Rules Of Peace
8. Voice Of Hatred
9. Engines
10. Demon
11. Pretender
12. Break The Oath
13. Dead E.Cells
Frank Heise