LIVE-REVIEWS

 

       
        
 

Neckbreaker schrieb am 19.10.2005

Metalstorm Benefiz-Festival ( 15.10.2005,Duisburg )

Live-ReviewsBekanntlich kam in Wacken ein Familienvater durch einen Unfall ums Leben und um die Hinterbliebenen zumindest finanziell etwas zu unterstützen wurde im Parkhaus in Duisburg an diesem Abend ein Benefizkonzert veranstaltet. Stilistisch war der Abend breit gefächert und so war bei den sieben Bands für jeden etwas dabei. Außerdem wurden noch zahllose Utensilien per Verlosung unter das Volk gebracht. Etwas mehr Publikum hätte ich allerdings schon erwartet, nur etwas über 100 Besucher fanden sich im Parkhaus ein, das aber auch so schon ganz gut gefüllt war.

Als erstes stiegen die Oberhausener Vorzeigedeather von PATH OF GOLCONDA auf die Bretter. So einen starken Opener kriegt man auch nicht alle Tage zu sehen. Bei Stücken wie "Uncreation", "Message In A Rifle", "A Cannibal Crusade", dem brandneuen "Between God And Gutter" und dem Misfits-Cover "Helena" waren schnell die ersten kreisenden Köpfe auszumachen. Das gewohnt tighte Stageacting ließ die Temperaturen im Parkhaus schnell steigen und den Schweiß in Strömen fließen (besonders bei Frontmann Manuel zu sehen). Das war doch mal eine amtliche Eröffnung...

 

Danach war eine der vielversprechendsten Bands an der Reihe die die deutsche Metal-Gemeinde derzeit zu bieten hat. CRIKEY legten gleich los wie die Feuerwehr, denn Sänger Klaus musste an diesem Abend noch in Schymy's Pub mischen und so wurde auf das sonst übliche Intro verzichtet. Beim Sound wurde anfangs aber auch auf so einiges verzichtet, zu hören waren nur die beiden Sänger und das Schlagzeug. Die Spaßvögel aus der Seidenstadt spielten wieder alle vier Stücke der starken "Welcome To My World"-Scheibe und gaben nebenbei auch einen Ausblick auf das nächste Album. Den Schlusspunkt der tighten Vorstellung setzte wieder das Kreator-Cover "Phobia". Einmal mehr ein beängstigend guter Gig, der Siebener wird immer besser. Das nächste Album dürfte der Kracher werden...


Da ich mit Nu Metal so rein gar nicht anfangen kann, habe ich mir die nachfolgenden SILENTDECAY aus Bayern geschenkt und bin erst zu SYNASTHASIA wieder im Parkhaus aufgetaucht. Die Duisburger hatten bei ihrem Heimspiel eine ganze Reihe an Fans dabei und entsprechend gut war die Stimmung. SYNASTHASIA haben sich live defintiv zu einer Macht entwickelt. Von der ersten Minute an geht die Post ab. Der Power Metal geht aber auch gut nach vorne und bei Stücken wie "Black Winter", "Discovery Of The Mask", dem Manos-Cover "Hol mir 'ne Bockwurst" und vor allem beim abschließenden "Assfuck" mit den ganzen Fans zusammen auf der Bühne war Party angesagt. Klasse!

Dann wurde es richtig true. CHIMAERA wissen wie man True Metal mit einer ordentlichen Show untermalt. Sänger Pan greift immer wieder zum Schwert und präsentiert sich zusammen mit seinem Outfit als Vorzeigeposer. Die Fans nehmen dies ebenso dankbar an wie das Songmaterial. "Loneliness Of The King", "Tears In The Night", "Lightnings", etc. ließen die Herzen der True Metal Fanatiker höher schlagen und davon sind durchaus ein paar ins Parkhaus gekommen. Ganz nebenbei hatte der neue Basser Steffen in Duisburg seinen Einstand. Feuertaufe bestanden!


Zu inzwischen vorgerückter Stunde (Mitternacht lag schon weiter hinter uns) enterten STORMRIDER die Bühne. Ein wenig konnte man den Eindruck gewinnen die Herner hatten etwas schwere Beine, denn so richtig mit Schmackes war das nicht. Musikalische passt der traditionelle Heavy Metal aber durchaus. Bei Songs der Marke "Stormrider", "Castle Walls", "Warpath", "Armies Of Valor", "Sails On Fire" und "Shipwrecked" gingen doch einige im nicht mehr ganz so gut gefüllten Parkhaus ordentlich mit. Potenzial ist definitiv vorhanden, so ging der Gig dann auch in Ordnung.

Da es immer wieder zwischen den Bands etwas zu verlosen gab, verschob sich der Zeitplan deutlich nach hinten. So stiegen CUSTARD erst nach 2 Uhr auf die Bühne. Die Band aus dem Ruhrpott ist aber erfahren genug um auch zu dieser Zeit noch das Publikum mitzureißen. Stücke wie "Wheels Of Time", "Freedom For All" und "Up To The Sky" wurden mit unbändiger Spielfreude vorgetragen und so war auch zu dieser späten Stunde für das Heavy und Speed Metal interessierte Publikum noch ein Höhepunkt dabei. Guter Schlusspunkt eines langen aber dennoch kurzweiligen Abends. (Tutti)

alle Fotos von Tutti